Bahnhöfe, Haltepunkte und Haltestellen
Der für die Fahrgäste aus dem ZOV-Verbandsgebiet wichtigste Zielbahnhof ist der Hauptbahnhof Frankfurt am Main. Dieser bundesweit bedeutende Knotenpunkt ist Drehscheibe für den Schienenverkehr in der Region Rhein-Main. Der Frankfurter Hauptbahnhof ist mit etwa 350.000 Fahrgästen pro Tag einer der größten Bahnhöfe. Durch die Anlage als Kopfbahnhof und durch die zentrale Lage im Stadtgebiet ist die Kapazität an Verbindungen stark eingeschränkt.
Der wichtigste Bahnhof im ZOV-Verbandsgebiet ist der Bahnhof Gießen. Mit Eröffnung der Main-Weser-Bahn im Jahr 1850 wurde der Bahnhof Gießen wegen seiner zentralen Lage in Deutschland zu einem wichtigen Eisenbahnknoten. Gießen ist Anfangs- bzw. Endstation für die Lahntalbahn, die Vogelsbergbahn und die Lahn-Kinzig-Bahn. Der Bahnhof Gießen verfügt über ein Parkhaus mit Fahrradabstellanlage. Vom Parkhaus ermöglicht eine Überführung den Zugang zu den wichtigsten Gleisen. Da an der Überführung Aufzüge vorhanden sind, ist ein barrierefreier Bahnsteigzugang für den größten Teil des Bahnhofs gewährleistet. Die ebenfalls vorhandene Unterführung, die eine Verbindung zu allen Gleisen herstellt, bedarf dringend der Sanierung.
Am Bahnhofsvorplatz befinden sich die Haltestellen der Regional- und Lokalbusse. Die Haltestellen der Stadtbusse sind etwa 250 Meter vom Bahnhofsgebäude entfernt.
Ein weiterer wichtiger Bahnhof befindet sich in Friedberg. Der Bahnhof Friedberg ist, wie der Giessener Bahnhof, ein IC-Halt auf der Main-Weser-Bahn. In Friedberg enden bzw. beginnen die Horlofftalbahn, die RMV-Linie 16, die S 6 sowie die RMV-Linie 33.
Ein barrierefreier Zugang ist lediglich zu den Gleisen 1 und 1a gegeben. Die anderen Gleise sind über Treppen durch eine Unterführung miteinander verbunden. Es gibt im Bahnhofsvorfeld einige Parkplätze. Auch sind Fahrradstellplätze vorhanden. Die Unterführung sowie der Innenraum des Bahnhofs bedürfen der Sanierung.
Für den Vogelsbergkreis besitzt der Bahnhof Alsfeld, nicht zuletzt wegen der dort vorhandenen Mobilitätszentrale, große Bedeutung. Der Bahnhof Alsfeld ist quasi die „Wasserscheide“ der Vogelsbergbahn. Ein Teil der Fahrgäste beginnt hier die Fahrt in Richtung Gießen ein anderer Teil fährt ab hier in Richtung Fulda.
Bedingt durch die Eingleisigkeit der Vogelsbergbahn kommt es durch Zugkreuzungen sehr oft zu längeren Wartezeiten.
Der bauliche Zustand der Haltepunkte und Bahnhöfe im ZOV-Verbandsgebiet ist sehr unterschiedlich. Eine punktuelle Betrachtung wird im Nahverkehrsplan vorgenommen. Im ZOV-Verbandsgebiet sind über 2.400 Bushaltestellen vorhanden. Die meisten dieser Haltestellen wurden im Rahmen des RMV-Haltestellenentwicklungsplans (HEP) mit einer neuen RMV-kompatiblen Beschilderung sowie mit neuen Abfallbehältern ausgestattet. An vielen Haltestellen mit hoher Fahrgastfrequenz befinden sich Wartehallen.
Durch die heterogene Siedlungsstruktur bestehen im ZOV Haltestellen jeder Kategorie. So gibt es an wichtigen Bahnhöfen im ZOV-Verbandsgebiet Bushaltestellen mit mehreren Haltepositionen, die als zentraler Busbahnhof (ZOB) ausgebaut sind. In den größeren Städten sind zweiseitige Umstiegshaltestellen die Regel. Es gibt in der Region zahlreiche ein- oder zweiseitige Haltestellen, welche von nur einer Buslinie angedient werden.
Während Haltestellen im Siedlungsbereich normalerweise mit Busbuchten ausgestattet sind, fehlt bei Haltestellen im ländlichen Bereich zuweilen eine befestigte Wartefläche. Bei Umbau bestehender Haltestellen sowie bei der Neueinrichtung von Haltestellen wird auf die barrierefreie Gestaltung geachtet.

