ZOV schüttet 2,4 Millionen Euro an Landkreise aus und gleicht die Verluste des ÖPNV aus

Investitionen für die Zukunft: Wetterau, Vogelsberg und Gießen profitieren vom kommunalen Unternehmen – Wichtiger Auftrags- und Arbeitgeber.

Rund 2,4 Millionen Euro wird der Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV), in dem ein Großteil der der Geschäftsbereiche Energie, Wasser, Services und öffentlicher Personennahverkehr gebündelt sind, in diesem Jahr an seine drei Eigner-Kreise, Wetterau, Vogelsberg und Gießen, ausschütten. Dies beschloss die jüngste ZOV-Verbandsversammlung in Florstadt. Diese Summe ergibt sich aus den Gewinnen und Verlusten, die im vergangenen Jahr in den einzelnen Unternehmen des Konzerns erzielt wurden – also hauptsächlich in der OVAG, der ovag Netz GmbH, in der HessenEnergie, der Oberhessische Gasversorgung GmbH und der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO).

Sämtliche Gewinne aus dem Strom-, Wasser- und Gasgeschäft und den damit verbundenen Dienstleistungen betragen für das Jahr 2019 über elf Millionen Euro. Eine Summe mit der auch die Verluste aus dem öffentlichen Personennahverkehr ausgeglichen werden, um die Mobilität mit Bus und Bahn in den Landkreisen Wetterau, Vogelsberg und Gießen nicht nur zu sichern, sondern auszubauen und zukunftsfähig zu gestalten. Insgesamt rund neun Millionen Euro wurden dazu aufgewendet, sodass unter dem Strich noch 2,4 Millionen Euro bleiben, die in die Geldbeutel der Landkreise fließen, die Mitglieder des ZOV sind.

Das betrifft den Wetteraukreis mit 51,7 Prozent, den Vogelsbergkreis mit 32,1 Prozent und den Landkreis Gießen mit 16,2 Prozent. Aufgeschlüsselt bedeutet das: Der Wetteraukreis erhält knapp drei Millionen Euro Entlastung für von Ihm bestellten ÖPNV und darüber hinaus 2,6 Millionen Euro als Ausschüttung, der Vogelsbergkreis erhält eine ÖPNV-Entlastung um knapp 3,4 Millionen Euro und darüber hinaus eine Ausschüttung von 200.000 Euro und die ÖPNV-Verluste des Landkreises Gießen werden mit knapp 2,7 Millionen Euro ausgeglichen, was mehr ist, als der Ausschüttungsanteil wäre – dadurch ergibt sich, dass der der Landkreis Gießen noch 400.000 Euro an den ZOV zurückzahlen muss.

„Diese Zahlen zeigen, wie wichtig der OVAG-Konzern für die Sicherung der Infrastruktur der Landkreise ist“, bekräftigen Joachim Arnold und Oswin Veith, die Vorstände der OVAG-Konzern. Geht man noch einen Schritt über die nackten Zahlen hinaus, zeigt sich, dass die OVAG ein wichtiger Auftrags- und Arbeitgeber für die Region ist. Das lässt sich etwa ablesen an den Investitionen ins Strom- und Wassernetz, EEG-Anlagen, E-Mobilität und Ausbildungsplätzen.

Das fortdauernde Engagement auf dem EEG-Sektor verdeutlicht das auch für 2019: Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen so viel Grünstrom produziert wie nie zuvor in seiner Geschichte, nämlich 287 Millionen Kilowattstunden. Rein rechnerisch deckt das etwa 30 Prozent des Jahresstrombedarfs aller Vertriebskunden. Die Umsetzung der Energiewende zeigt sich auch in vielen einzelnen Projekten, wie etwa der Übernahme des Nahwärmenetzes in Reichelsheim-Beienheim durch die OVAG. Eine neue Heizzentrale mit Pelletfeuerung für 25 Haushalte produziert hier jährlich rund 800 MWh Wärme. Oder auch direkt auf dem OVAG-eigenen Dach des Netzbezirksgebäudes in Alsfeld: Hier produziert die neue Photovoltaikanlage rund 34.500 kWh im Jahr, was sich die OVAG rund 40.000 Euro hat kosten lassen.

Zukunftsträchtig auch die Anstrengungen im Bereich der E-Mobilität: Neben dem stetigen Ausbau des OVAG-eigenen Ladesäulennetzes ist 2019 auf dem Betriebsgelände in Friedberg eine E-Lade-Infrastruktur mit intelligentem und automatisiertem Last- und Lademanagement entstanden. Sie soll zu Demonstrationszwecken für gewerbliche Betriebe und die Wohnungswirtschaft dienen.

Viel wurde auch ins Stromnetz und seine Sicherheit investiert. Um unter den umfangreichen Erneuerungs- und Ausbauarbeiten am Netz, den Masten, den Schalthäusern und -stationen nur einige Beispiele zu nennen: Die Verbundleitstelle zur Überwachung des Stromnetzes wurde für rund zwei Millionen Euro modernisiert, die Stadt Lauterbach hat ein rundum erneuertes Umspannwerk erhalten und in Grünberg wurde für rund 3,5 Millionen Euro das Schalthaus neu gebaut. Nicht zu vergessen den Einbau von bereits 14.500 modernen Messeinrichtungen, wie sie laut EEG-Gesetz bis 2032 bei jedem Stromabnehmer installiert sein müssen. Bei allen Aufträgen gilt die Prämisse: „Soweit möglich, werden Unternehmen beauftragt, die in einem der Eigner-Landkreise ansässig sind, damit die Wirtschaftskraft in der Region bleibt“, bestätigt Joachim Arnold.

Wo immer möglich, werden auch die Kommunen und die Landkreise selbst in ihren Bemühungen zur Umsetzung der Energiewende unterstützt. So hat die OVAG das „Kommunale Energieeffizienz-Netzwerk Oberhessen“ ins Leben gerufen, in dem sich die beteiligten Kommunen und Landkreise austauschen und von der OVAG zu Einsparpotenzialen und Energiezielen beraten werden.

Um das alles umzusetzen, braucht es ausreichend und geschultes Fachpersonal. 706 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben im vergangenen Jahr für die OVAG gearbeitet, das bedeutet rund vierzig neue Stellen im Vergleich zu 2018. Traditionell ist die OVAG-Gruppe ein starker Ausbilder in der Region; 23 Jugendliche haben kürzlich eine Ausbildung in den verschiedenen Bereichen der OVAG-Gruppe begonnen, unter anderem als Anlagenmechaniker, Elektroanlagenmonteur, Elektroniker für Betriebstechnik, Fachinformatiker sowie Industriekaufmann. Gerade im letzten Jahr wurde das neue Ausbildungs-Freigelände eingeweiht, das auf 172 Quadratmetern auf dem Betriebsgelände „Bei der Warth“ modernste Ausbildungsbedingungen bietet und von Azubis mit errichtet wurde. „Dass unsere Ausbildung eine hohe Qualität hat, wurde sogar ausgezeichnet mit dem Siegel „Deutschlands bester Ausbilder 2019“, freut sich Oswin Veith.

Die OVAG-Vorstände Joachim Arnold und Oswin Veith präsentierten bei der jüngsten ZOV-Verbandsversammlung eine positive Bilanz.

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