Eine Kläranlage, die immer mehr Energie spart

Der avoh hat für seine Anlage in Nidda erfolgreiche Fördergelder in Höhe von 20.000 Euro beantragt.

Den Betrieb einer Kläranlage so gut wie nur möglich zu gewährleisten, ist natürlich erstes Ziel eines Kläranlagenbetreibers. „Wir haben jedoch stets auch die Optimierung der Beschaffungskosten der für den Betrieb erforderlichen Energie im Blick“, sagt Kai Mai Mathes, technischer Geschäftsführer des avoh (Abwasserverband Oberhessen).

„Durch unsere Anstrengungen ist es dem Betriebspersonal gelungen, die Eigenstromversorgung der Kläranlage in Nidda von 25 Prozent im Jahr 2010 auf nunmehr 65 Prozent zu steigern“, konkretisiert Mathes die Bemühungen des avoh. In der Hauptsache gründet dieser Erfolg in der Installation von Photovoltaikanlagen, dem Bau eines größeren Blockheizkraftwerkes und die betriebliche Optimierung der Verfahrenstechnik.

Die Reinigung des Abwassers zählt immerhin zu den energieintensivsten Tätigkeiten einer Kommune. So benötigt der Abwasserverband Oberhessen (avoh), der die Abwässer der Städte Nidda und Schotten reinigt, jährlich immerhin rund 900.000 Kilowattstunden Strom. „Als regionaler Abwasserverband tragen wir in besonderer Weise Verantwortung und setzten daher auf einen möglichst effizienten Energieeinsatz“, unterstreicht Verbandsvorsteher Joachim Arnold.

„Wir haben nun jedoch einen Punkt erreicht, wo es das Alltagsgeschäft nicht mehr zulässt, sich noch intensiver und tiefgehender mit der Verfahrenstechnik zu befassen, was weitere Einsparungen herbeiführen könnte“, sagt Verbandsingenieur Matthias Seum. Um dennoch das Thema Energieeffizienz fortschreiben zu können, hat der avoh beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit erfolgreich einen Förderantrag über 20.000 Euro gestellt. Seit 2008 initiiert und fördert das Ministerium im Rahmen der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ Projekte, die zur Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen zum Ziel haben. Mit dem nun zugesagten Geld soll eine Potenzialstudie für die Kläranlage in Nidda ausgearbeitet werden.

Der erste Schritt der Studie sieht eine Energieeffizienzanalyse der Anlage vor. Matthias Seum: „Jeder noch so kleine Antrieb soll unter energetischen Gesichtspunkten bewertet werden.“ Hernach sind vorgesehen kurz-, mittel- und langfristig wirkende Vorschläge, wie sich der Energieverbrauch weiter deutlich senken lässt.

Ein Schwerpunkt der Studie wird in der Wärmegewinnung liegen, die aus Solarthermie, Biomasse oder aus dem Abwasser gewonnen werden kann. Diese Energie möchte der avoh einsetzen, um den anfallenden Klärschlamm weiter zu trocknen. Kai Mathes: „Durch sich stets verschärfende Rahmenbedingungen bei der Klärschlammverwertung ist nicht absehbar, wie lange uns regionale Verwertungsstrategien erhalten bleiben.“ Mittelfristig wird der Klärschlamm dann Verbrennungsanlagen zugeführt werden müssen, wodurch hoher Transportaufwand entsteht. Eine Trocknungsanlage für Klärschlamm mit Energie aus regenerativen Quellen könnte die zu verwertende Menge an Klärschlamm um zwei Drittel reduzieren. „Dadurch würden Transportaufwendungen und transportbedingte Treibhausgasemissionen auf ein Minimum reduziert“, prognostiziert Mathes.

Die Ergebnisse der Potenzialstudie dienen wiederum als Grundlage für die Anträge von weiteren Bundes- und Landesmitteln. Denn das Kapitel Energieeinsparung wird beim avoh trotz aller bisherigen Erfolge nicht zugeschlagen werden.

Die Kläranlage in Nidda spart immer mehr Energie.

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